Terminal Wels – Drehscheibe Europas


Der Container-Terminal Wels feiert sein 20-jähriges Jubiläum. 

Zwei Jahrzehnte der Verlagerung des Straßengüterverkehrs auf die Schiene liegen zurück – für die
Zukunft steht eine wichtige Rolle als kontinentale Drehscheibe für den Kombinierten Verkehr bevor.


Wo vor 20 Jahren noch eine Abraumdeponie stand, befindet sich heute der größte Container-Terminal Österreichs. Auf einer Gesamtfläche von 120.000 m2 arbeiten 68 Mitarbeiter, zwei Containerkräne und drei mobile Großstapler (Reachstacker) rund um die Uhr. Für die Betreibergesellschaft Terminal Services Austria, einem Geschäftsfeld des Intermodal-Bereiches der Rail Cargo Austria AG war und ist es Ziel, mit dem Containerterminal Wels einen wesentlichen Anteil des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Der moderne Leistungsfähige Terminal Wels ist Ausdruck der neuen Qualität der ÖBB.


Zentrale Bedeutung für Region

Der Terminal Wels ist aufgrund seiner Anbindung an das hochrangige Schienen- und Straßennetz österreichweit einer der wichtigsten Umschlagplätze für den Kombinierten Verkehr. Dadurch und durch die Sicherung einer Vielzahl von Arbeitsplätzen ist der Terminal für die Region von besonderer Bedeutung. Der Umweltaspekt und die hohe Qualität des Angebots stehen beim Kombinierten Verkehr mit im Vordergrund. Am Terminal Wels werden beide Arten des Warenumschlags Straße-Schiene in großem Maße betrieben und damit Umwelt und Anrainer der Transitstrecken bedeutend entlastet. Damit ist der Container-Terminal Wels ein wichtiger Puzzlestein in den Bemühungen der ÖBB, umweltfreundlichster Mobilitätsanbieter für Personen- und Güterverkehr zu sein.


Top in Europa: Was man über den Terminal Wels wissen sollte

Für die Rollende Landstraße stehen 250 LKW-Abstellplätze und fünf Ladegleise zur Verfügung. Der ROLA-Terminal Wels ist der größte der RCA AG und der größte in Europa. Hier wurden in Spitzenzeiten 22 Zugpaare in 24 Stunden abgefertigt. Durch die Erweiterung der EU musste das Zugangebot aktuell auf 12 Zugpaare reduziert werden. Trotzdem findet hier tatsächlich auch optisch die oft von der Politik angesprochene „Verlagerung vom LKW auf die Schiene“ statt. Es ist eben tatsächlich ein LKW auf der Schiene. Täglich werden 24 ROLA-Züge über den Terminal Wels abgewickelt – von hier aus werden 4 Destinationen mit der Rollenden Landstraße erschlossen. Rund 116.000 LKW werden 2006 in Wels von der Straße auf die Schiene verfrachtet. Im unbegleiteten Kombinierten Verkehr stehen sechs Ladegleise mit je 600 m Länge zu Verfügung. Der Warenumschlag erfolgt durch zwei große Containerkräne und drei Großstapler. Auf einer Lagerfläche von 18.000 m2 können rund 900 TEU (twenty-foot equivalent unit) abgestellt werden. Täglich werden zuzüglich zur Streufracht bis zu 15 20061006_RCA_20 Jahre CCT Wels.doc Seite 2
Containerzüge über den Terminal abgewickelt. Rund 130.000 Ladeeinheiten werden heuer im Terminal Wels verfrachtet.


Meilensteine der Entwicklung


Dezember 1985 Inbetriebnahme der ersten Rollenden Landstraße (Wels – Mainz)
Juni 1986 Aufnahme des unbegleiteten Kombinierten Verkehrs
Dezember 1989 Inbetriebnahme des ersten Portalkranes, Tragkraft 40 Tonnen, zur Bedienung von 3 Ladegleisen mit je 400 m
Jänner 1993 Inbetriebnahme des neu errichteten ÖBB-Abfertigungsgebäudes
Juli 1994 Eröffnung der Bauteile B und C inkl. Sanitär- und Aufenthaltsräume für
LKW-Lenker
April 1997 Beginn der Bauarbeiten für die neue Terminalstraße, Aufnahme der
Planungsarbeiten für den Endausbau
Juli 1998  Beginn der Bauarbeiten für den Um- und Ausbau des Terminals inkl.
Zulaufstrecke vom Verschubbahnhof Wels (Gesamtinvestitionsvolumen rund 50 Mio. EUR)
Juni 1999  Eröffnung des neuen Terminals
Herbst 2002  Gesamtabschluss des Projektes Um- und Ausbau Terminal Wels


Gateway – eine Investition in die Zukunft

Wels entwickelte sich seit Dezember 2005 zu einer Drehscheibe im unbegleiteten Kombinierten Verkehr. Shuttlegarnituren verbinden Wels mit Neuss, Duisburg und Ludwigshafen in Deutschland, Budapest in Ungarn, sowie Graz und Wien. Alle anderen österreichischen Bahnhöfe werden ab Wels im Nachtsprung erreicht. Diese qualitativ hochwertige Leistung wird dadurch erreicht, dass immer vier Containerzüge dieses Systems gleichzeitig unter den beiden Containerkränen stehen und die „Kisten“ umsteigen. Damit werden teure Rangierleistungen minimiert, mehr Platz am Verschiebebahnhof Wels realisiert und letztendlich Kosten gespart. Das Ladepersonal schafft das Umsteigen der Container, Wechselbehälter und Sattelauflieger zwischen den vier Garnituren im Regelfall binnen drei Stunden – ein Spitzenwert! So wird die menschliche Leistung zu einem Qualitätsvorteil für die Bahn und deren Güterverkehrskunden.


ÖBB-Holding AG
Konzernkommunikation
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